Vortrag von Nicolai Hillmus (TU Darmstadt): Die vormoderne Flusslandschaft der Weschnitz und das Amt Starkenburg

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Vortrag von Nicolai Hillmus (TU Darmstadt): Die vormoderne Flusslandschaft der Weschnitz und das Amt Starkenburg

Der reich bebilderte öffentliche Publikumsvortrag von Nicolai Hillmus (Doktorand TU Darmstadt) über „die vormoderne Flusslandschaft der Weschnitz und das Amt Starkenburg“ basiert auf den Ergebnissen des Forschungsprojekts „Die Flusslandschaft der Weschnitz und ihre Wechselwirkung mit dem Kloster Lorsch“ und der in diesem Rahmen verfassten geschichtswissenschaftlichen Dissertation des Referenten und beleuchtet die Geschichte der Weschnitz im Raum des Amtes Starkenburg von der Gründung des Klosters Lorsch bis zum 17. Jahrhundert. Bereits auf der ersten Seite des bekannten Lorscher Codex findet sich der Name dieses Flusses. Der Lauf der Wisgoz, die wir heute als Weschnitz oder schlicht „die Bach“ kennen, war eine der wesentlichen Gründe, warum die spätere Reichsabtei genau in diesem Teil des Rieds um 763/764 gegründet und wenige Jahre später bereits auf eine höhere Düne verlegt wurde. Sie diente dem Kloster und den umliegenden Ortschaften als Triebwerk für Mühlen, als Lieferant für Nutz-, Abwasser und Fisch sowie auch als Transportweg. Doch haben solche Gewässer auch eine zerstörerische Seite, und bis ins 20. Jahrhundert überflutete die Weschnitz immer wieder große Teile der Region. Der Vortrag zeigt anschaulich, wie zunächst die Mönche und später die Einwohner des Amtes Starkenburg versuchten, den Fluss zu zähmen und zu nutzen. Welche Maßnahmen wurden gegen Hochwasser und versumpfte Landschaften bereits vor Jahrhunderten getroffen? Wann und warum stritten die verschiedenen Ortschaften am Fluss und wer profitierte von diesen Streitigkeiten? Der Vortrag gibt Antworten auf diese Fragen und behandelt anschaulich die verschiedenen Konflikte, an denen auch die Stadt Heppenheim beteiligt war. Die Ergebnisse von Konflikten und Maßnahmen zeigen sich - wie der im 16. Jahrhundert errichtete Schwalbenzahl - noch heute in der Landschaft und sind Teil der Umweltgeschichte der Region. Im Anschluss an den Vortrag findet die Jahresmitgliederversammlung des Heppenheimer Geschichtsvereins statt, zu der Gäste ebenfalls willkommen sind.

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