Kommunale Wärmeplanung

Pflicht bis 2028 – Heppenheim startet kommunale Wärmeplanung
Die Stadt Heppenheim setzt ein Zeichen für die Zukunft: Mit der Erstellung der kommunalen Wärmeplanung beginnt ein neues Kapitel in der Energie- und Wärmeversorgung der Stadt. Heppenheim erarbeitet die Wärmeplanung im sogenannten Konvoi „Bergstraße“, das heißt zusammen mit den Nachbarkommunen Bensheim, Lampertheim, Bürstadt und Lorsch.
Ziel der kommunalen Wärmeplanung ist es, die Weichen für eine klimaneutrale, bezahlbare und resiliente Wärmeversorgung zu stellen, die nach aktueller Gesetzeslage bis spätestens 2045 erreicht werden muss.
Das Projekt startet mit einer umfassenden Bestandsaufnahme des aktuellen Wärmeverbrauchs, der Art der Wärmeversorgung der Gebäude und einer Berechnung der Treibhausgas-Emissionen der Kommune. Im nächsten Schritt werden klimafreundliche Potenziale zur Wärmeerzeugung ermittelt. Als Planungsinstrument definiert die Wärmeplanung außerdem konkrete Maßnahmen auf dem Weg zu einer nachhaltigen Wärmeversorgung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Sanierung bestehender Gebäude, um den Wärmebedarf zu reduzieren und die Effizienz zu steigern.
Die Wärmeplanung legt die Leitlinien der Wärmewende für eine Kommune fest. Sie soll als Orientierung dienen, wenn es um die Frage der zukünftigen Wärmeversorgung geht. Sie ist rechtlich unverbindlich, das heißt sie begründet für Bürgerinnen und Bürger oder Unternehmen keine Rechte oder Pflichten.
Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich aktiv an diesem Prozess zu beteiligen. Der Konvoi Bergstraße wird regelmäßig über den aktuellen Stand und Zwischenergebnisse informieren und auf Veranstaltungen hinweisen.
Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die offizielle Website des Konvois Bergstraße unter
www.waermeplanung-bergstrasse.de
oder schreiben Sie eine Mail an: waermeplanung@stadt.heppenheim.de.
Eignungsprüfung nach §14 WPG
Die Eignungsprüfung nach §14 Wärmeplanungsgesetz (WPG) ist einer der ersten Schritte, der zu Beginn und zur Aufstellung eines kommunalen Wärmeplans in Heppenheim erarbeitet wird. Das Ziel dieser Eignungsprüfung ist, Teilgebiete in Heppenheim zu identifizieren, welche „verkürzt“ und somit ohne tiefere Betrachtung behandelt werden können. Aus der Analyse entsteht ein erster Entwurf zur Gebietseinteilung, die sogenannten Teilgebiete. Aus dem Ergebnis der Eignungsprüfung ergibt sich, dass für alle Teilgebiete in Heppenheim eine „normale“ und nicht verkürzte Wärmeplanung durchgeführt wird. Dadurch kommt allen Teilgebieten eine genaue Betrachtung auf Ebene der kommunalen Wärmeplanung zuteil, sodass Bestands- und Potenzialanalyse in vollem Umfang über alle Teilgebiete erfolgt, um eine bestmögliche Ausgangslage für die Entwicklung des Zielszenarios zu ermöglichen.
Zudem findet am 28. Januar 2026 von 18 bis 20 Uhr eine Bürgerinformationsveranstaltung zur kommunalen Wärmeplanung statt. Der Veranstaltungsort wird noch bekannt gegeben.
Bestands- & Potenzialanalyse
Die Bestands- und Potenzialanalyse ist zentraler Baustein der kommunalen Wärmeplanung und hilft dabei zu verstehen, wie die Stadt Heppenheim heute mit Wärme versorgt wird und welche Möglichkeiten es für eine klimafreundliche Wärmeversorgung gibt.
In der Bestandsanalyse wird erfasst, wo in der Stadt Wärmebedarfe entstehen – etwa in Wohngebäuden, öffentlichen Einrichtungen oder Betrieben – und welche Energiequellen aktuell genutzt werden. Dabei wird sichtbar, ob bereits effiziente oder erneuerbare Systeme vorhanden sind und wie viel Energie verbraucht wird.
Auf dieser Grundlage untersucht die Potenzialanalyse, wie die Wärmeversorgung künftig umweltfreundlicher, sicherer und bezahlbarer gestaltet werden kann. Dazu gehört auch, welche erneuerbaren Energien lokal verfügbar sind oder Abwärme aus Industrie, Gewerbe oder Abwasser genutzt werden kann.
Beide Analysen zusammen liefern eine faktenbasierte Entscheidungsgrundlage für die weitere Planung. Es werden sinnvolle Lösungen für verschiedene Quartiere und der potentielle Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung aufgezeigt