Heppenheimer Sport-Coaches nehmen Arbeit auf


Erster Sport-Aktionstag am 12. November

Die Integration von Geflüchteten in unsere Gesellschaft mit Hilfe des Sports ist ein anerkanntes und erfolgversprechendes Konzept, das die Kreisstadt Heppenheim ebenfalls umsetzen möchte. Unterstützt wird dieses Engagement durch das Programm „Sport und Flüchtlinge“ des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport in Zusammenarbeit mit der Sportjugend Hessen im Landessportbund Hessen. Es basiert auf der Erfahrung eines Modellprojektes bei dem es sich gezeigt hat, dass die Vernetzung vor Ort entscheidend für den Erfolg der Bemühungen ist.

Diese Vernetzung übernehmen ehrenamtliche Sport-Coaches, die den Kontakt zwischen Flüchtlingsinitiativen, Sportvereinen, Asylbetreuung und Flüchtlingen aufbauen und die Aktivitäten im Bereich des Sports koordinieren. Sie erfragen die Sportinteressen auf Seiten der Flüchtlinge, loten die Möglichkeiten der ansässigen Sportvereine aus und begleiten interessierte Flüchtlinge in der ersten Zeit zu Sportangeboten. Gleichzeitig halten sie regelmäßig Kontakt zu allen Beteiligten.

Nun konnte Bürgermeister Rainer Burelbach die ersten drei ehrenamtlichen Sport-Coaches im Rathaus begrüßen. Claudia und Gregor Kohl und Jana Junge waren dem Aufruf der Stadt gefolgt und haben sich bereits durch einen Lehrgang für diese Aufgabe qualifiziert. Alle drei sind sportlich aktiv, in Vereinen engagiert und suchen schon einige Zeit nach einer Möglichkeit, sich für Flüchtlinge zu engagieren.

Obwohl sie erst seit vier Wochen zusammenarbeiten, haben sie bereits einen Sport-Aktionstag organisiert, bei dem Flüchtlingen verschiedene Sportarten vorgestellt werden. „Am 12. November präsentieren sich von 10 bis 12 Uhr Gruppen aus den Sparten Judo, Badminton, Taekwondo, Basketball, Turnen, Handball und Leichtathletik in der Nibelungenhalle und animieren die Flüchtlinge zum Mitmachen“, erläutert Claudia Kohl die erste Aktion. Dafür wurden Flyer in sechs verschiedenen Sprachen gedruckt und Kontakt mit den Heppenheimer Flüchtlingsunterkünften hergestellt.

Über den Sport in den Job
Dass dies der richtige Weg ist, bekräftigte der Bürgermeister, der in seiner früheren Funktion als Betriebsleiter des kommunalen Jobcenters Neue Wege viel Erfahrung auf diesem Gebiet sammeln konnte. „Unser Ziel muss sein, möglichste viele Geflüchtete in Arbeitsverhältnisse zu bekommen. Dafür ist der Weg über den Sport und die Integration in die Vereine ein hervorragendes Mittel. Hier entstehen viele neue Kontakte und oft erfahren die Menschen so von offenen Stellen, auf die sie sich bewerben können.“

Bevor dieses Ziel erreicht wird, haben die Sport Coaches noch viel Arbeit vor sich. „Sport-Aktionstage sollten regelmäßig wiederholt werden, um möglichst Viele zum Mitmachen zu animieren“, sagte Gregor Kohl. „Momentan sind wir noch in der Testphase und müssen ausprobieren, was geht und was nicht. Nächstes Jahr werden wir sehen, was erfolgreich war“. Jana Junge ging auf die Angebote vor Ort ein: „In den Flüchtlingsunterkünften in der Tiergarten- und Westerwaldstraße stehen Räume zur Verfügung, die für sportliche Aktivitäten genutzt werden können. Das könnte beispielsweise für Frauen mit kleinen Kindern interessant sein“. In dieses Konzept passt auch, dass zurzeit der Spielplatz in der Westerwaldstraße hergerichtet wird.

Ziel: Netzwerk aufbauen
Die Coaches haben sich vorgenommen, ein Netzwerk aufzubauen und auch mit anderen Städten in ständigem Austausch zu sein um zu erfahren, was dort erfolgreich war. Auch in Heppenheim können die Drei auf Unterstützung bauen. Das bestätigten beim Pressegespräch die anwesenden Andrea Pfeilsticker (Vorsitzende Sportgemeinschaft Heppenheim), Maja Barko (Flüchtlingshilfe Heppenheim), Zarkia Philipp (Flüchtlings- und Integrationsbeauftragte Stadt Heppenheim) und Monika Bauer-Herzog (Koordinatorin „WIR - Wegweisende Integrationsansätze Realisieren“ im Kreis Bergstraße).

Sehr hilfreich ist auch die finanzielle Unterstützung durch das Landesprogramm „Sport und Flüchtlinge“. Bis zum Jahresende stehen für Heppenheim 10.000 Euro zur Verfügung, eine Neuauflage des Programms in 2017 wird erwartet. In Absprache mit den Sport-Coaches kann die Stadt damit Aufwandsentschädigungen für Personen, die Sportangebote für Flüchtlinge anleiten sowie Sachmittel für Sportangebote mit Flüchtlingen (insbesondere Sportkleidung, -material, Transportkosten) finanzieren.

„Wir freuen uns natürlich jederzeit über weitere Unterstützer“, so die Coaches zum Abschluss. „Besonders in den Vereinen brauchen wir Mitstreiter, die sich während des Trainings um die Flüchtlinge kümmern“.

Wer Interesse hat, sich zukünftig ebenfalls als ehrenamtlicher Sport-Coach zu engagieren, kann sich an die Stadtverwaltung wenden.

Kontakt:
Rene Kniess, Tel. 06252 13-1135; kniess(at)stadt.heppenheim.de

Infos:
http://www.sportjugend-hessen.de/gesellschaft/sport-und-fluechtlinge/

Das Foto (Stadt Heppenheim) zeigt:
von links Monika Bauer-Herzog (Koordinatorin „WIR - Wegweisende Integrationsansätze Realisieren“ im Kreis Bergstraße), Rene Kniess (Koordinator und Ansprechpartner bei der Stadt Heppenheim), Jana Junge (Sport-Coach), Gregor Kohl (Sport-Coach), Zarkia Philipp (Flüchtlings- und Integrationsbeauftragte Stadt Heppenheim), Andrea Pfeilsticker (Vorsitzende Sportgemeinschaft Heppenheim), Claudia Kohl (Sport-Coach), Bürgermeister Rainer Burelbach und Maja Barko (Flüchtlingshilfe Heppenheim).