
Nach Einbruch der Dunkelheit geht es „sagenhaft“ zu in Heppenheim. Mehr als 150 Scherenschnitte des Künstlers Albert Völkl leuchten seit 2004 aus den Straßenlaternen der Heppenheimer Altstadt herab – und alle zeigen hessische Sagen. Erzählt werden Geschichten aus längst vergangener Zeit, von Riesinnen, Wichteln und von unerlösten Rittern. Geschichten von Mut und List, von Heldentum und von Liebe.
Kostprobe gefällig?
Die Sage vom „Schloss im Berg“ erzählt von einem Kirschhäuser Lichtermacher, dessen Sohn täglich in der Stadt die Ware verkaufte. Eines Tages traf der Bub am Fuß des Schlossberges einen seltsam gekleideten Mann. Der führte ihn durch eine Geheimtür im Berghang in ein prachtvolles unterirdisches Schloss und gab ihm dort für die restlichen Kerzen viel Geld. Gegen das Versprechen, niemanden etwas zu erzählen, kaufte er von nun an jeden Tag die gesamte Ware, bis sich die Leute in der Stadt beim Lichtermacher beklagten, weil er nichts mehr liefere. Der Vater stellte den Sohn zur Rede und nach langem hin und her gab er das Geheimnis preis. Als sich aber der Vater auf die Suche nach dem Schloss im Berg machte – so war es verschwunden.
So manches Geheimnis muss eben ein Geheimnis bleiben!