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14.07.09 - Pressemitteilung der Kreisstadt Heppenheim
 
Die 17. Gassensensationen im Rückblick
 
Nicht nur die Besucherzahlen von erneut weit über 28.000 sprechen für ein erfolgreiches Festival, das als Aushängeschild der Kreisstadt viele Menschen auch von weit her anzogen hat. Die 17. Gassensensationen vom 08. bis 11. Juli 2009 haben bei den vier Veranstaltungstagen das Glück gehabt, trotz etwas kühler Temperaturen keinen Regen gehabt zu haben.
 
Die Freilichtbühne als größter Einzelveranstaltungsort war jeden Tag voll besetzt. Schon am Mittwoch und Donnerstag bei Theater ANU mit seinem wunderschönen Irrgarten aus mehreren tausend Kerzen waren tausende Besucher auf der Freilichtbühne. Sie waren eingeladen, auf "Die große Reise" zu gehen und den Weg in die Mitte zu suchen. In eindrucksvollen Bildern erzählten die Mitspieler von ANU von ihren Träumen, vom Nicht-Weiterkommen und von ihren kleinen Inseln des Glücks – poetische Begegnungen auf dem Weg in die Mitte. Los Gingers aus Spanien setzten mit ihrem Programm "Perlas y Plumas" an zwei Tagen einen weiteren Höhepunkt in der Freilichtbühne.
 
Flotte Akrobatik, waghalsige Equilibristik und vor allem unbändige Spielfreude bescherten den Zuschauern Openair-Zirkus vom Feinsten! Die Abschlußveranstaltung mit "Rigolo" aus der Schweiz und seinem Programm "Tausendwasser" füllte an zwei Tagen die Freilichtbühne noch einmal mit jeweils weit über 3.000 Besucher.
 
Der zweitgrößte Veranstaltungsort, der Kirchplatz war meist ebenfalls sehr gut besetzt. "Theater Nakupelle", war an den ersten beiden Veranstaltungstagen zu sehen. Ein Hausmeister, eine hohe Leiter und eine Sonnenblume waren die Zutaten für spannende Akrobatik und außergewöhnliche Slapstick.
 
Klassisch wurde es dann bei Bernd Lafrenz aus Freiburg. "Hamlet - frei komisch nach Shakespeare" begeisterte an zwei Abenden über 2.500 Menschen; und das Publikum machte er kurzerhand zu Statisten in seinem atemberaubenden und urkomischen Theaterritt.
 
Am Mittwoch und Donnerstag jeweils 20:00 und 22.00 Uhr trat "Cirque Oui" aus Berlin im Festivalzelt auf. Das Künstlertrio verband außergewöhnliche Artistik, tänzerische Jonglage und mitreißende Musik zu einer eigenen zirzensischen Welt.
 
Dann am Freitag und Samstag war ein besonderer Höhepunkt des Festivals zu sehen; "Rigolo" aus der Schweiz mit seinem Programm "Balance". Wer Rigolos Balance jemals gesehen hat, wird das Bild nicht mehr vergessen. Virtuos spielte Mädir Eugster mit dem Gleichgewicht – immer am Rande des Scheitern. Aus dreizehn Palmblattrippen – eines größer als das andere - ließ er ein fragiles Riesenmobile entstehen.
 
Der vierte Spielort 2009 war die Schloss-Schule. Hier wurden in der Themenreihe "HEIMSPIEL" gleich zwei Produktionen gezeigt. "Wir werden wieder wer gewesen sein", eine Theaterperformance mit Turbo Pascal aus Berlin und "Wir sehen uns im Paradies" mit Theater Fragile ebenfalls aus Berlin. Trotz einer Besucherbeschränkung bei Turbo Pascal waren mehrere Hundert Besucher bei den sechs Veranstaltungen
 
Fest im Veranstaltungsplan der Gassensensationen steht seit Jahren auch die Alte Sparkasse. Alfred Büttner mit seinem Korbtheater und dem Hasen "Paule" begeisterte nicht nur Kinder sondern auch viele Erwachsene, die sich das Figurentheater ansahen. Der nordhessische Figurenspieler Albert Völkl, schon seit Jahren gern gesehenre Künstler des Festivals, erzählte in diesem Jahr die wahre Geschichte des "Goethe-Elefanten".
 
Auf dem historischen Marktplatz spielte Albert Völkl dann noch mit seinem kleinen Wandertheater von Tisch zu Tisch, von Hausecke zu Hausecke. Mit seiner Miniaturpuppenbühne erzählte er kurze, freche, erotische und auch bitterböse Geschichten von Nonnen und Mönchen, Mördern und anderen Spitzbuben. Ebenfalls hier starteten die Laternenführungen an vier Abenden mit neuen Geschichten aus Hessens Sagen- und Mythenwelt.
 
Der Marktplatz war auch eine von vier Stationen der Eigenproduktion der Gassensensationen mit "Die Lerche sang in Heppenheim" in der Regie von Judith Senger. Nach dem Start im Park am Graben erlebten über 1.000 Zuschauer an zwei Tagen eine "wandelnde Inszenierung" an vier Spielorten, begleitet von einem Bläser – Ensemble der Musikschule Heppenheim. Frei nach Shakespeare entstand eine eigenwillige Interpretation, die ein Filmteam bei der Arbeit um das schönste aller Liebesdramen, "Romeo und Julia" zeigte.
 
Am historischen Marktplatz lud das "Filmteam" die Zuschauer dann zum Menuett. Die berühmte Balkonszene (an der alten Sparkasse) bewies, dass die Laienschauspieler auch "ihren Shakespeare" verinnerlicht hatten. Ein überraschendes Ende mit "happy end" gab es dann nach 75 kurzweiligen Minuten auf dem Domplatz.
 
Das Baumprojekt mit Orbit 3.1 war eine Installation und Performance. Zum sechsten Mal wurde die große Platane am Rande der Altstadt zur Bühne. In diesem Jahr kreieren die Künstler Janna Schimka (Tanz und Stimme) und Rolf Schmuck (Musik und Projektion) eine Installation/Performance, die jeden Abend von 19:00 bis 23:00 Uhr durchgängig, ohne Unterbrechung oder Wiederholungen stattfand.
 
Erstmals hatten die Organisatoren des städtischen Festivals die Programmstruktur so geplant, dass jeweiles zwei Veranstaltungstage deckungsgleich angelegt waren. So ließen sich die Besucherströme besser lenken, sodass es nicht zu all zu großen "Engpässen" kam. Andererseits lassen sich die vorhandenen Spielstätten in der Altstadt partout nicht vergrößern. Wenn man Nischen(plätze) – wie die Platane - bespielt, ändert das am Grundproblem nichts, weil die Massenströme dadurch nicht abgefedert werden. Es bleibt also eine schwierige Aufgabe. Denn die heitere, gelöste Festivalatmosphäre, die nicht nur die Gäste, sondern auch die Künstler allesamt schätzen, und die einmalig ist unter den Straßentheaterfestivals in Deutschland, soll erhalten bleiben.
 
Es gibt eine Menge Indizien für die hohe Akzeptanz der Gassensensationen bei Besuchern wie Anwohnern, die sie ungeachtet des Trubels, den die Menschenmengen verursachen, nicht missen wollen und mittragen. Grund dafür ist einerseits die Qualität des Programms, das unterschiedliche Genres dieser Sparte bietet - von schwerer Kost bis zur Comedy - aber auch die Tatsache, dass Menschen jeder Altersgruppe, vom Kind im Vorschulalter bis zum Senior, die Theater-Veranstaltungen ansteuern. Wie sehr sich die Heppenheimer selbst - und nicht nur die, sondern auch Menschen aus den Nachbarstädten mit ihrem Festival identifizieren, beweist die große Anzahl von Mitgliedern bei den "Freunden und Förderern der Gassensensationen", von denen sich viele mit Verve auch persönlich einsetzen, etwa beim Brezel- oder Getränkeverkauf.
 
Die Feuerwehr und der Förderverein der Gassensensationen als engagierte Helfer hinter den Kulissen
 
Wenngleich das Heppenheimer Straßentheaterfestival rundum eine heitere, locker-leichte Atmosphäre verbreitet, steckt dahinter doch knallharte Arbeit, von der das Publikum meistens nichts merkt. "Einfach großartig, was vor und während der Gassensensationen hinter den Kulissen läuft", sagt Veranstaltungs- und Organisationsleiter Bernhard Schwab. Umso mehr liegt es ihm und dem künstlerischen Leiter des Festivals, Stefan Behr, am Herzen, an dieser Stelle all jenen offiziell zu danken, die sich persönlich vier Tage und Nächte lang voller Elan einbrachten, um den reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Über 80 ehrenamtliche Helfer waren dieses Jahr pausenlos im Einsatz. Mehr als die Hälfte rekrutierte sich aus Mitgliedern des Vereins "Freunde und Förderer der Gassensensationen". Elke Schütz, die den Verein z.Z. gemeinsam mit Christina Mitsch kommissarisch leitet, hatte wieder mit einem detaillierten Einsatzplan für den reibungslosen Ablauf gesorgt.Ihnen stand die Jugendabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Heppenheim unter der engagierten Ägide von Christoph Gemperlein und Martin Schmieder tatkräftig zur Seite. Eine ganz hervorragende Arbeit, die maßgeblich zum Gelingen des Festivals beigetragen hat.

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